Planungs-Frameworks für Excel: Direkte Methode, Rolling Forecast & 3-Statement

Marcus Smolarek

Marcus Smolarek

Gründer von finban

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Drei bewährte Frameworks, mit denen Du Deine Excel-Finanzplanung auf ein professionelles Level hebst. Jedes Framework hat seinen Einsatzzweck – hier erfährst Du, welches Du wann brauchst.

Frameworks sind mächtig – aber zeitaufwändig in Excel. Finban automatisiert die Datenerfassung und Berechnung, sodass Du Dich auf die Analyse konzentrieren kannst. Kostenlos starten →


Framework 1: Direkte vs. Indirekte Methode

Die Wahl der richtigen Cashflow-Methode ist die erste strategische Entscheidung in Deiner Finanzplanung.

Direkte Methode (empfohlen für KMU)

Die direkte Methode listet alle tatsächlichen Ein- und Auszahlungen auf. Du arbeitest direkt mit den Geldflüssen.

Vorteile:

  • Einfacher zu verstehen und aufzubauen
  • Direkt aus Bankkontodaten ableitbar
  • Ideal für kurzfristige Liquiditätsplanung (Wochen/Monate)
  • Zeigt sofort, woher das Geld kommt und wohin es fließt

Aufbau in Excel:

Operative Einzahlungen
  + Kundenzahlungen
  + Zinserträge
  + Steuererstattungen
= Summe Einzahlungen

Operative Auszahlungen
  - Lieferanten
  - Gehälter & Sozialabgaben
  - Miete & Nebenkosten
  - Steuerzahlungen
= Summe Auszahlungen

Netto-Cashflow = Einzahlungen − Auszahlungen

Geeignet für:

  • Soloselbstständige und kleine Teams
  • Kurzfristige Planung (1–12 Monate)
  • Erste Finanzplanung im Unternehmen

Indirekte Methode (Standard in der Bilanzierung)

Die indirekte Methode leitet den Cashflow aus dem Jahresüberschuss (GuV) ab und korrigiert um nicht-zahlungswirksame Posten.

Vorteile:

  • Standard für Investoren und Banken
  • Zeigt die Verbindung zwischen Gewinn und Cashflow
  • Ermöglicht Working-Capital-Analyse
  • Basis für professionelles Reporting

Aufbau in Excel:

Jahresüberschuss (aus GuV)
  + Abschreibungen
  + Zuführung zu Rückstellungen
  ± Veränderung Forderungen
  ± Veränderung Verbindlichkeiten
  ± Veränderung Vorräte
= Operativer Cashflow

  − Investitionen in Anlagevermögen
  + Erlöse aus Anlagenverkäufen
= Investitions-Cashflow

  + Kreditaufnahme
  − Kredittilgung
  ± Eigenkapitalveränderungen
= Finanzierungs-Cashflow

Netto-Cashflow = Operativer CF + Investitions-CF + Finanzierungs-CF

Geeignet für:

  • Unternehmen mit Investoren oder Bankkrediten
  • GuV-basierte Planung (ab 10+ MA)
  • 3-Statement-Modelle (GuV + Bilanz + Cashflow)

Welche Methode für Dich?

KriteriumDirekte MethodeIndirekte Methode
KomplexitätNiedrigHoch
DatenquelleBankkontenGuV + Bilanz
PlanungshorizontKurzfristig (Wochen/Monate)Mittel-/langfristig (Monate/Jahre)
ZielgruppeUnternehmer, ControllerCFOs, Investoren, Banken
Setup in Excel1–2 Stunden1–2 Tage

Empfehlung: Starte mit der direkten Methode. Wenn Du Investoren-Reporting oder Bankgespräche brauchst, baue zusätzlich die indirekte Methode auf.


Framework 2: 13-Wochen-Rolling-Forecast

Der Gold-Standard für kurzfristige Liquiditätssteuerung. Besonders wichtig für Unternehmen mit schwankendem Cashflow.

Warum 13 Wochen?

  • 13 Wochen = 1 Quartal → ausreichend Vorausschau für operative Entscheidungen
  • Wöchentliche Granularität → frühzeitige Erkennung von Engpässen
  • Kurz genug für zuverlässige Prognosen
  • Lang genug für Gegenmaßnahmen bei Engpässen

Aufbau in Excel

Spalten: Kalenderwoche 1–13 (immer ab der aktuellen Woche) Zeilen: Kategorien für Ein- und Auszahlungen

                    KW 1    KW 2    KW 3    ...    KW 13
Anfangsbestand      50.000  48.200  45.500  ...    38.100
Einzahlungen
  Kundenzahlungen    8.000   7.500   9.200  ...     8.500
  Sonstige             500     200     300  ...       500
Auszahlungen
  Gehälter         -12.000       0       0  ...   -12.000
  Lieferanten       -3.500  -2.800  -4.100  ...    -3.200
  Miete             -1.800       0       0  ...    -1.800
  Sonstige            -500    -600    -500  ...      -700
Netto-Cashflow      -1.800   4.300   4.900  ...    -8.700
Endbestand          48.200  52.500  50.400  ...    29.400

Update-Prozess (wöchentlich)

  1. Ist-Daten eintragen: Abgeschlossene Woche (KW 1) mit echten Bankdaten überschreiben
  2. Spalte verschieben: KW 1 wird archiviert, eine neue KW 14 wird angefügt
  3. Soll-Ist vergleichen: Wie groß war die Abweichung?
  4. Forecast anpassen: Erwartungen für die verbleibenden Wochen korrigieren
  5. Frühwarnung prüfen: Fällt der Endbestand in einer Woche unter die Mindestreserve?

Datenquellen

  • Sichere Einzahlungen: Bereits gestellte Rechnungen mit Zahlungsziel
  • Erwartete Einzahlungen: Pipeline × Wahrscheinlichkeit
  • Fixe Auszahlungen: Gehälter, Miete, Abos (aus Vertragsdaten)
  • Variable Auszahlungen: Lieferanten (aus Bestellungen), Steuern (aus Berechnung)

Zeitaufwand: 30–60 Minuten pro Woche nach dem Setup.


Framework 3: 3-Statement-Modell

Die vollständige Finanzplanung für Profis – drei Abschlüsse, vollständig verknüpft. Das mächtigste, aber auch komplexeste Framework.

Die drei Statements

1. Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Zeigt die Ertragslage: Verdient das Unternehmen Geld?

Umsatzerlöse
  − Herstellungskosten (COGS)
= Bruttoergebnis (Gross Profit)
  − Personalkosten
  − Sonstige betriebliche Aufwendungen
= EBITDA
  − Abschreibungen (D&A)
= EBIT (operatives Ergebnis)
  − Zinsaufwand
= EBT (Ergebnis vor Steuern)
  − Ertragsteuern
= Jahresüberschuss (Net Income)

2. Bilanz

Zeigt die Vermögenslage: Was besitzt und schuldet das Unternehmen?

AKTIVA                          PASSIVA
Anlagevermögen                  Eigenkapital
  Sachanlagen                     Stammkapital
  Immaterielle Vermögensgeg.      Gewinnrücklagen
                                  Jahresüberschuss
Umlaufvermögen                  Fremdkapital
  Forderungen                     Bankverbindlichkeiten
  Vorräte                         Verbindlichkeiten aus L&L
  Liquide Mittel (Cash)           Rückstellungen

Summe Aktiva = Summe Passiva (immer!)

3. Cashflow-Rechnung (indirekte Methode)

Zeigt die Finanzlage: Wohin fließt das Geld?

Jahresüberschuss
  + Abschreibungen
  ± Veränderung Working Capital
    (Forderungen, Vorräte, Verbindlichkeiten)
= Operativer Cashflow

  − Investitionen (CapEx)
  + Desinvestitionen
= Investitions-Cashflow

  ± Kreditaufnahme/-tilgung
  ± Eigenkapitalveränderung
= Finanzierungs-Cashflow

Netto-Cashflow = Op. CF + Inv. CF + Fin. CF
Endbestand Cash = Anfangsbestand + Netto-Cashflow

Verknüpfungen (der kritische Teil)

Die Verknüpfungen machen das 3-Statement-Modell so mächtig – und so fehleranfällig:

VonNachWas wird verknüpft
GuV → BilanzJahresüberschuss erhöht Eigenkapital
Bilanz → CashflowVeränderung Forderungen, Verbindlichkeiten, Vorräte → Working Capital
Cashflow → BilanzEndbestand Cash = Liquide Mittel in der Bilanz
Bilanz → GuVAbschreibungen auf Anlagevermögen → Aufwand in der GuV

Wann Du ein 3-Statement-Modell brauchst

  • Ja: Bankgespräche, Investoren-Reporting, M&A-Vorbereitung, interne strategische Planung bei 10+ MA
  • Nein: Soloselbstständige, Pre-Revenue-Start-ups, reine Liquiditätsplanung

Zeitaufwand: 1–2 Tage für den initialen Aufbau, 2–4 Stunden monatliche Pflege.


Welches Framework passt zu mir?

SituationEmpfohlenes Framework
Erste Finanzplanung, Solo/KleinstunternehmenDirekte Methode
Wöchentliche Liquiditätssicherung13-Wochen-Rolling-Forecast
Investorensuche / BankgesprächIndirekte Methode + 3-Statement
10+ Mitarbeiter, professionelles ControllingAlle drei kombiniert
Start-up mit Runway < 12 Monate13-Wochen-Forecast + Runway-Rechner

Frameworks liefern die Struktur – aber die Datenerfassung bleibt manuell. Finban automatisiert den zeitaufwändigsten Teil: Bankdaten importieren, kategorisieren und den Forecast berechnen. Du konzentrierst Dich auf die Analyse. Jetzt kostenlos testen →