3 Gründe für Freelancer in Unternehmen!

Freelancer & Festangestellte!

Viele Unternehmen, insbesondere auch Agenturen, setzen neben Festangestellten, mehr und mehr auf Freiberufler. Manche aus der Not heraus, andere präferieren einen diversen Mix, und wiederum andere führen mit einem schlanken Korpus an Festangestellten eine größere Kohorte an Freelancern. Die Freiberuflichkeit hat einen neuen Weg für Berufstätige eröffnet, die weltweit nach finanzieller Unabhängigkeit suchen. In allen Branchen gibt es immer mehr freiberufliche Stellen, und immer mehr Unternehmen passen sich dem Trend an und stellen eine Mischung aus Freiberuflern und Festangestellten ein. Laut Forbes glauben fast 90 % der großen Unternehmen, dass Freiberufler für ihre Belegschaft unverzichtbar sind.

In diesem Artikel schauen wir uns mal die verschiedenen Modelle an und gehen auf die Vor- und Nachteile ein.

Was sind die Unterschiede: Feste Mitarbeiter & Freiberufler

Feste Mitarbeiter müssen einen Arbeitsvertrag mit definierten Bedingungen unterzeichnen, die für eine Festanstellung typisch sind. Daher haben Festangestellte eine längere Betriebszugehörigkeit und eine höhere Arbeitsplatzsicherheit als Freiberufler. Es gibt Kündigungsfristen und Fortbildungsmöglichkeiten. Festangestellte nutzen in aller Regel auch die Ressourcen des Unternehmens, und dieses leistet Steuer und Sozialabgaben für den Mitarbeiter.

Freelancer hingegen arbeiten meist auf Projektbasis, sie werden tätig, wenn sie von einem Unternehmen aktiv beauftragt werden, und werden auf Stunden-, Tages- oder Projektbasis bezahlt. Für Freelancer gibt es keine Kündigungsfristen, sie arbeiten mit den eigenen Ressourcen und sind für das Abführen von Steuern selbst zuständig. Auch bezüglich Altersvorsorge gibt es keine Vorteile vom Auftraggeber.

Vorteile von Festangestellten

👍🏼 Loyalität & Bindung: Vollzeitbeschäftigte sind in der Regel loyaler gegenüber ihrem Unternehmen. Sie haben ein Gefühl der Arbeitsplatzstabilität und erhalten von ihren Arbeitgebern zahlreiche Vergünstigungen wie Krankenversicherung, Altersvorsorge usw. Wenn die Mitarbeiter außerdem sehen, dass der Arbeitgeber in ihre Entwicklung investiert, erbringen sie bessere Leistungen. 

👍🏼 Wissen: Festangestellte kennen die „Feinheiten“ des Unternehmens besser. Wissen wird nachhaltiger weitergegeben und „lebt“ in langjährigen Mitarbeitern weiter.

👍🏼 Rechtliche Sicherheit: Es gibt kaum rechtlichen Grauzonen. Möglichkeit von Scheinselbstständigkeit(en) reduziert. Gleichzeitig werden die Compliance-Risiken durch die Festanstellung deutlich minimiert.

Vorteile von Freelancern

👍🏼 Flexibel: Durchschnittliche Wochenarbeitszeiten, feste Arbeitszeiten und Arbeitsplätze, und feste Routinen entsprechen oft nicht mehr den Wünschen und Lebensverhältnissen der Menschen.

👍🏼 Geringe Anforderungen an die Fortbildung: Arbeitgeber müssen regelmäßig in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, wenn sie im Wettbewerb die Nase vorn haben wollen. Einarbeitung, Orientierung und Schulung der Mitarbeiter gehören zu den obligatorischen Kosten, die Unternehmen in regelmäßigen Abständen aufbringen müssen. Für Teilzeitbeschäftigte oder Freiberufler ist dies nicht erforderlich.

👍🏼 Geringere Kosten: Wenn Mitarbeiter aus der Ferne arbeiten, werden die Kosten für ein Büro und die Unterhaltung des Personals erheblich gesenkt. Außerdem müssen die Arbeitgeber keine zusätzlichen Leistungen und Vergünstigungen (wie Altersversorgung, Krankenversicherung, Sozialversicherung usw.) anbieten. Selbst wenn der Freiberufler also teuer ist, sinken die Gesamtkosten erheblich.

👍🏼 Geringeres Risiko: Die meisten Unternehmen beauftragen Freiberufler auf Projektbasis. Damit sind Kosten & Budget gut planbar.

👍🏼 Einfacher Einstellungsprozess: Online-Plattformen für Freiberufler machen die Einstellung von Freiberuflern einfach. Mit einem begrenzten Budget können Sie IT-Fachleute, Marketingexperten, Designer oder Texter buchen. Der Ansatz ist schnell und spart Geld im Vergleich zu einem traditionellen Einstellungsverfahren. Da es keine geografischen Beschränkungen gibt, können Sie zudem weltweit qualifizierte Freiberufler einstellen.

👍🏼 Beste Talenten der Branche: Heutzutage sind viele Freiberufler hoch qualifizierte Spezialisten mit jahrelanger Branchenerfahrung. Wenn Sie also klug auswählen, können Sie Top-Talente gewinnen.

👍🏼 Verbindungen: Erfahrene Freiberufler verfügen in der Regel über ein umfangreiches Netz an bedeutsamen Kontakten. Wenn Sie z. B. einen Designer beauftragen, kann dieser Ihnen einen erfahrenen Texter für Ihr Projekt empfehlen.

Personalkosten

Personalkosten spielen in der Kreativbranche eine essenzielle Rolle. Ob Webseiten programmiert oder erfunden, Logos gestaltet oder animiert oder Texte geschrieben werden, es sind immer Angestellte oder Freiberufler beteiligt. Personalkosten entstehen vor allem durch Gehälter, die an Angestellte gezahlt werden, oder durch Transaktionen an Freiberufler. Aber scheuen wir mal etwas genauer:

Kosten für Mitarbeiter

  • Gehälter
  • Sozialabgaben und Steuern
  • Bürokosten, Internet & Mobilfunk
  • Laptop & Technik
  • Weiterbildung
  • Recruiting

Kosten für Freelancer

  • Stunden-, Tages- oder Projektsätze

3 Gründe für Freelancer in Unternehmen (Fazit)

Jedes Unternehmen ist anders. Deshalb kann man die Frage, welches Modell das bessere ist, nicht pauschal beantworten. Die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen und die damit verbundene Motivation & Produktivität sind sicherlich zentrale Fragen. Auch Kosten und das damit verbundene Risiko für das Unternehmen sind essenzielle Punkte für die strategische Betrachtung. Unternehmen, die stark vom Projektgeschäft abhängen, wie Agenturen oder Architekten, kämpfen mit hoher Volatilität der Zahlungseingänge: Projekte werden verschoben, Abschlagszahlungen verspäten sich, Abnahmen ziehen sich in die Länge. Gehälter von Festangestellten, sowie alle anderen Fixkosten, werden allerdings monatlich bezahlt. Diese Risiken, kann man mit der Beauftragung von Freiberuflern gut begegnen. Projektbudget und Kosten können besser in Einklang gebracht werden.

Die Mischung machts

Mit Sicherheit kann man sagen, dass ein Misch-Modell nicht wenige Vorteile bietet:

👍🏼 Wissen bleibt durch Mitarbeiter im Unternehmen und wird nachhaltig gepflegt

👍🏼 Kosten & Projektrisiken können durch den Einsatz von zusätzlichen Freelancern diversifiziert werden

👍🏼 Große Auswahl an Personen, die potenziell für das Unternehmen arbeiten könnten, sei es aufgrund der breiteren Arbeitsbedingungen oder der größeren Gruppe potenzieller Bewerber (Feste und Freelancer)

Produktivität & Wachstum

Um bessere Entscheidungen zu treffen, ist es auch hilfreich, sich die eigenen Zahlen anzusehen:

  • Wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Festangestellten und Freelancern, welchen Einfluss hatten diese Entwicklungen auf den Umsatz oder die Rendite
  • Wie entwickeln sich Personalkosten, auch im Vergleich zum Umsatz
  • Wie entwickeln sich die Produktivität (Kosten / Umsatz)
  • Wie ist das Wachstum zu Vorjahres- oder Vormonats-Zeiträumen
Screenshot finban.io

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