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Die Auswahl einer Liquiditätsplanungssoftware ist eine Entscheidung, die dein Unternehmen über Jahre begleitet. Damit du nicht im Nachhinein wechseln musst – was Zeit, Geld und Nerven kostet – solltest du vor der Entscheidung die richtigen Fragen stellen.

Diese Checkliste hilft dir, verschiedene Anbieter systematisch zu vergleichen und die Software zu finden, die wirklich zu deinem Unternehmen passt.


Die 10 wichtigsten Auswahlkriterien

1. Benutzerfreundlichkeit

Die beste Software bringt nichts, wenn sie niemand nutzt. Achte darauf:

  • Ist die Oberfläche intuitiv oder brauchst du eine Schulung?
  • Wie schnell kannst du deine erste Liquiditätsprognose erstellen?
  • Gibt es eine mobile App oder Browserversion?
  • Wie aufwändig ist das Onboarding?

Praxis-Tipp: Nutze immer die kostenlose Testphase und probiere die Software mit echten Daten aus – nicht nur mit Demo-Daten.


2. Integrationen und Schnittstellen

Deine Liquiditätsplanung ist nur so gut wie die Daten, die einfließen. Prüfe:

  • Lässt sich deine Buchhaltungssoftware anbinden (z.B. Lexware Office, sevDesk, DATEV)?
  • Gibt es eine Bankanbindung für automatische Transaktionsimporte?
  • Werden Rechnungstools wie FastBill oder Billomat unterstützt?
  • Existiert eine offene API für individuelle Anbindungen?

Wichtig: Native Integrationen sind stabiler als Workarounds über Zapier oder Make. Frag gezielt nach, welche Integrationen “out of the box” funktionieren.


3. Prognose- und Szenario-Funktionen

Das Herzstück jeder Liquiditätsplanungssoftware. Stelle sicher:

  • Kannst du mehrere Szenarien parallel anlegen (Best Case, Worst Case, Realistic)?
  • Wie weit reicht der Prognosezeitraum (3 Monate, 12 Monate, länger)?
  • Werden wiederkehrende Zahlungen automatisch erkannt und fortgeschrieben?
  • Lassen sich Planwerte einfach anpassen – idealerweise per Drag-and-Drop?

4. Echtzeit-Daten und Aktualität

Veraltete Zahlen führen zu falschen Entscheidungen. Kläre ab:

  • Wie oft werden Bankdaten synchronisiert (täglich, stündlich, in Echtzeit)?
  • Werden offene Rechnungen und Angebote automatisch berücksichtigt?
  • Siehst du sofort, wenn sich deine Liquiditätslage verändert?

5. Berichterstattung und Analysen

Du brauchst nicht nur Zahlen, sondern Erkenntnisse:

  • Gibt es vorgefertigte Reports (Cashflow-Übersicht, Liquiditätsstatus, EÜR)?
  • Kannst du eigene Berichte erstellen und exportieren?
  • Lassen sich Reports mit Stakeholdern teilen (Investoren, Steuerberater, Bank)?
  • Gibt es Abweichungsanalysen (Plan vs. Ist)?

6. Skalierbarkeit

Dein Unternehmen wächst – deine Software sollte mitwachsen:

  • Können mehrere Bankkonten und Firmen verwaltet werden?
  • Gibt es eine Konsolidierungsfunktion für Unternehmensgruppen?
  • Wie viele Nutzer können gleichzeitig arbeiten?
  • Welche Preisstufen gibt es für wachsende Anforderungen?

7. Datenschutz und Sicherheit

Finanzdaten sind sensibel. Nicht verhandelbar:

  • Ist die Software DSGVO-konform?
  • Wo werden die Daten gehostet (EU-Server bevorzugt)?
  • Gibt es Zwei-Faktor-Authentifizierung?
  • Wie sind die Zugriffsrechte geregelt (Rollen, Berechtigungen)?
  • Werden Bankzugangsdaten sicher verarbeitet (PSD2-konform)?

8. Support und Hilfe

Wenn es brennt, brauchst du schnelle Hilfe:

  • Gibt es deutschen Support (Telefon, E-Mail, Chat)?
  • Wie sind die Reaktionszeiten?
  • Existieren Tutorials, Videos oder eine Wissensdatenbank?
  • Wird beim Onboarding persönlich unterstützt?

9. Preis-Leistungs-Verhältnis

Günstig ist nicht immer gut – teuer nicht immer besser:

  • Welches Preismodell gilt (pro Nutzer, pro Firma, Flatrate)?
  • Gibt es versteckte Kosten (Setup, Integrationen, Premium-Support)?
  • Wie lange ist die Vertragsbindung?
  • Gibt es eine kostenlose Testphase ohne Kreditkarte?

Rechne nach: Was kostet dich die manuelle Liquiditätsplanung in Excel pro Monat an Arbeitszeit? Oft amortisiert sich die Software schneller als gedacht.


10. Zukunftssicherheit

Du willst nicht in zwei Jahren wieder wechseln:

  • Wie aktiv wird die Software weiterentwickelt?
  • Gibt es eine öffentliche Roadmap?
  • Wie lange existiert der Anbieter bereits?
  • Was sagen andere Nutzer in Bewertungen (Capterra, OMR Reviews, Google)?

Die 5 häufigsten Fehler bei der Auswahl

Vermeide diese typischen Stolperfallen:

  1. Nur auf den Preis schauen – Eine günstige Software, die nicht genutzt wird, ist teurer als eine teurere, die funktioniert.
  2. Integrationen nicht vorher testen – “Ja, wir haben eine Schnittstelle” heißt nicht, dass sie reibungslos funktioniert.
  3. Die Testphase nicht ernsthaft nutzen – 14 Tage klingen kurz, reichen aber, um die wichtigsten Workflows durchzuspielen.
  4. Nur an heute denken – Dein Unternehmen verändert sich. Wähle eine Software, die mitwachsen kann.
  5. Das Team nicht einbeziehen – Die Software muss von allen akzeptiert werden, die damit arbeiten sollen.

Fazit: So triffst du die richtige Entscheidung

Die perfekte Liquiditätsplanungssoftware gibt es nicht – aber die richtige für dein Unternehmen. Nimm dir die Zeit, verschiedene Anbieter systematisch zu vergleichen. Nutze Testphasen aktiv und beziehe dein Team ein.

Die wichtigste Frage am Ende: Macht diese Software meinen Arbeitsalltag einfacher? Wenn du das mit einem klaren Ja beantworten kannst, hast du die richtige Wahl getroffen.


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